24Std-Stöffel-Race

24Std-Rennen Stöffel-Park 2017

Am 08/09.07.2017 waren wir als 2er Mixed-Team und einem Einzelfahrer für das MTB-Team Cycle-Point-Stock beim 24-Std-Rennen im Stöffel-Park am Start.

Mit dabei waren befreundete Teams wie die KiSG aus der JVA FFM I mit einem 4er-Team, und der Radsportgruppe Ruppertsburg mit einem 8er-Team. Beide Teams hatten ihre Premiere. Das Rennen im Stöffel war ihr erstes 24-Std-Rennen!

Das Fahrerlager mit insgesamt 15 Teilnehmern konnte sich sehen lassen. Von der Planung an war die Zusammenarbeit nahezu perfekt und man kann behaupten, dass wir eigentlich als ein ganzes Team aufgetreten waren. Nachdem wir im Stöffel-Park angekommen waren, dauerte es keine dreißig Minuten bis das komplette Camp bezugsfertig war.

Da wir bereits freitags anreisten, hatten wir einen lustigen und geselligen Abend. Klaus Marbe, Einzelfahrer für die “Conway-Allstars“ und guter Freund von uns, besuchte uns ebenfalls im Lager. Mit seiner langjährigen Erfahrungen als MTB-Profi konnte er uns hilfreiche Tipps da lassen.

Nach der Rennbesprechung fiel pünktlich um 12Uhr der Startschuss! Nach einer neutralen Einführungsrunde startete mit überfahren der Zeitnahme das offizielle Rennen. Obwohl der Rundkurs mit 3,5k nicht sonderbar lang war, verteilte sich das Teilnehmerfeld schon kurz nach dem Start über die gesamte Strecke.

Zunächst führte die Strecke eine steile kurze Abfahrt hinab. Nachdem man durch das alte Industriemuseum fahren musste, folgte eine asphaltierte Rampe auf das Niveau des Starts zurück. Danach ging es etwa 800 Meter über einen geschotterten Weg leicht abwärts. Mit einer scharfen Linkskurve folgte die nächste kurze Abfahrt. In der Kurve war aufgrund herausragender Basaltsteine und groben Schotter Vorsicht geraten. Die Abfahrt führte in ein Singletrail. Mit viel Schwung bekam man ordentlich Tempo und man musste vor der nächsten Kurve scharf bremsen.

Nach dem Trail war man auf der tiefsten Sohle des alten Steinbruchs. Über zwei Rampen kurbelte man sich wieder auf das alte Niveau zurück. Das schöne bei diesem Rennen war, dass die Fahrerlager genau an der Rennstrecke lagen.

Immer wenn wir an unserem Camp vorbei kamen, wurden wir lauthals bejubelt. Eine bessere Motivation gab es kaum. Man freute sich ja förmlich darauf am Lager vorbei zu fahren.

Nach unserem Lager führte die Strecke wieder ein Stück abwärts. Mit einer scharfen Rechtskurve knickte der Weg in den Wald hinein. Dieser führte nun zum tiefsten Punkt der Strecke. Die Beschaffenheit des Weges bremste einen leider so aus, das man nur mit wenig Schwung in die nächste Rampe steigen konnte. Ein flaches Stück folgte. Es wurde wieder etwas anstrengender, man musste auf die Höhe des Museums zurück.

Wer dachte, dass das jetzt alles war mit den Höhenmetern, täuschte sich! Nun kam das Highlight des Rennens: Der Bremsberg! Dieser führte zurück in den Startbereich.

Bremsberg, im wahrsten Sinne des Wortes! Eine Rampe mit etwa 60Meter Länge und einer Steigung von weit über 20 Prozent. Teils mit groben Schotter gespickt, war es immer wieder ein Rätsel ob man ihn bezwingen konnte oder nicht. Teilte man sich die Kraft richtig ein? Steigt jemand vor dir ab und behindert dich…? Wie auch immer, eine Routine gab es am Bremsberg nicht.

Wie es in einem Steinbruch nun mal üblich ist, war der größte Teil der Strecke mit Basalt geschottert. Ständig wechselnde Korngrößen gaben auf einer brottrockenen Strecke immer wieder ein anderes Fahrgefühl. Zum Größten Teil fehlte auf der Strecke einfach der Grip. Dies sollte aber nach jeder Runde, wenn die Ideallinie mal ausgefahren war, besser werden.

Während dem sehr gut organisierten Rennen, konnte man bereits ab der ersten Runde das Rennen auch live verfolgen. Man konnte sich jederzeit informieren wieviel Zeit man für seine Runden brauchte und an welcher Position man sich aktuell befand.

Seit der ersten Runde waren wir führend! Melli konnte wie zu erwarten, Runde für Runde super Zeiten herausholen! Bereits nach wenigen Runden hatten wir mit 2 Minuten einen ganz guten Vorsprung ausgebaut.

Temperaturen über dreißig Grad und eine staubtrockene Strecke waren zusätzliche Belastungen, die vom Fahrer und Material alles abverlangten.

Zunächst wechselten wir Runde für Runde. Im Laufe des Tages änderten wir zeitweise die Strategie. Damit wir auch mal ordentlich essen und trinken konnten, fuhren wir zwischendurch zwei bis drei Runden und gönnten dem Partner längere Pausen.

Bereits am späten Nachmittag führten wir mit einer kompletten Runde Vorsprung! Trotz vollster Motivation das Rennen zu Gewinnen, fehlte noch die Entscheidende Phase: Die Nacht! Wer wird durchhalten? Welches Team macht lange Pausen oder geht sogar Schlafen? Da zu Beginn des Rennens einige Fahrer mit Reifenpannen liegen blieben, wird das Material halten!?

Mein Hinterreifen hatte nicht mehr die besten Stollen. Mit einem halb abgefahrenen Nobby-Nic von Schwalbe, hatte ich bei trockenen Rennen immer gute Erfahrungen gemacht. Doch dieses Mal radierte der Basalt förmlich die Stollenreste weg! Dazu kam, dass man sehen konnte wie die Dichtmilch  an vielen Stellen ausschwitzte.

In einer Pause fuhr ich schnell zurück ins Camp und legte vorsichtshalber einen neuen Reifen, die Dichtmilch und das nötige Werkzeug bereit. Man musste im Falle einer Panne die Runde zu Ende bringen, egal ob man das Fahrrad schiebend oder tragend in die Wechselzone brachte. Wenn das Camp vor einem auf der Strecke lag, konnte man natürlich reparieren. Das hätte jedoch viel Zeit gekostet.

Mit 2 Runden Vorsprung begann die Abenddämmerung! Melli kündigte im Vorfeld schon an, dass sie aufgrund Probleme in der Dunkelheit gegen Mitternacht eine Pause einlegt. Ich selber wollte sehen wo wir stehen und spontan entscheiden, ob eine größere Pause in Frage kommt.

Mit Einbruch der Dunkelheit erkannte man im Scheinwerferlicht das erste Mal, in was für einer Staubwolke man sich überhaupt bewegte. Am schlimmsten war hier die erste Abfahrt zum Museum. Wenn man mehr als zwei Fahrer vor sich hatte, war die Abfahrt ein reiner Blindflug.

Melli wollte die Platzierung auf keinen Fall aufgeben. Ich natürlich auch nicht, aber ich gab die Hoffnung nicht auf, dass die anderen Teams eine längere Pause einlegten.

Leider blieb es bei der Hoffnung. Die anderen Teams waren nicht weniger motiviert und hofften ebenso auf eine Pause der Anderen. Wir entschieden nach jeder Runde spontan und nach Wohlempfinden, danach wechselten in unterschiedlichen Rhythmen durch. Das funktionierte sehr gut oder keiner musste über das körperliche Limit gehen!

Jedoch spürte ich langsam was ich bereits am frühen Abend ignoriert hatte! Die mit Schweiß durchdrängte Hose setzte meinem Hintern ganz schön zu!

Dieses Mal war alles anders! Melli dachte bis jetzt gar nicht dran eine Pause einzulegen. Sie betonte immer wieder, dass sie den ersten Platz nicht kampflos aufgeben würde! Insgeheim hofften wir aber beide, dass zumindest das zweitplatzierte Team eine Pause einlegen würde.

Vielleicht war es die Kaffeefahrt vom Wochenende zuvor, jedenfalls machte mir gegen ein Uhr nachts die Müdigkeit ganz schön zu schaffen. Ich konnte kaum noch die Augen offen halten und schaffte kaum noch zwei Runden ohne die nötige Konzentration zu verlieren. Auch während der Fahrt musste ich aufpassen, dass ich nicht einschlafe.

Bisher war ich immer der Motivator! Jedoch sah Melli mir an wie angeschlagen ich war. Dieses Mal übernahm sie meine Position und schickte mich ins Camp. Sie bot mir an vier bis fünf Runden zu fahren, wenn ich mich erholt hätte sollte ich wieder mit einsteigen.

Ich legte mich ins Auto und drehte mich von einer Seite auf die Andere. Einerseits war ich Müde, anderseits plagte mich das schlechte Gewissen Melli alleine auf der Strecke zu lassen.

Trotz allem konnte ich mich erholen und ich kehrte nach etwa einer Stunde zurück ins Renngeschehen. Melli verteidigte in der Zeit erfolgreich unsere Position. Sicherlich mittlerweile ebenso übermüdet, verloren wir kaum Minuten von dem Vorsprung.

Ich versprach ihr die nächsten fünf Runden zu übernehmen. Ihre Pause wollte sie jedoch nur in der Verpflegungshalle verbringen. Sie dachte nicht mal daran ihre freie Zeit für ein wenig Schlaf zu nutzen.

Nach gerade mal vier Runden stand sie schon wieder startklar in der Wechselzone. Wir wechselten wieder im unregelmäßigen Rhythmus. Während dem Ablösen motivierten wir uns immer wieder Gegenseitig. Die Nacht ging zwar nur sehr schleppend vorüber, aber zumindest war mein Tiefpunkt überwunden. Melli zeigte keinerlei Anzeichen von Schwäche.

Am Morgen kam das, was ich tags zuvor schon befürchtet hatte. An der Abfahrt bevor es in den Wald ging, zischte es am Hinterrad. Die Dichtmilch spritzte aus meinem Reifen! Mit MaxSalami und Pressluftkartuschen ausgerüstet, nahm ich den Schaden zunächst gelassen. Das Loch im Reifen war zum Glück wesentlich kleiner als angenommen. Nach wenigen Minuten war das Loch von der Dichtmilch verschlossen. Sogar der Luftdruck war noch so gut, dass ich die Runde ohne nachzupumpen zu Ende fahren konnte.

Zum Glück ging durch die Panne nicht viel Zeit verloren! Melli löste mich ab und drehte ihre nächste Runde. Ich eilte ins Camp und füllte, mit der Hoffnung das der reifen weiterhin durchhält, Dichtmilch nach.

Fast Routiniert drehten wir über den Vormittag unsere Runden. Zwischenzeitlich hatten wir bis zu drei Runden Vorsprung ausgebaut. Der Sieg war uns damit so gut wie sicher!

Nur noch ein technischer Komplettausfall von einem Fahrrad hätte uns bremsen können! Sogar die Rundenzeiten verbesserten sich wieder und waren mitunter so gut wie am Vortag! Souverän spulten Melli und ich Runde für Runde ab.

Während der letzten Stunde versammelten sich immer mehr Zuschauer am Bremsberg. Mit ihren Anfeuerungen brüllten sie förmlich die Fahrer die steile Rampe hoch. Oben angekommen, wurde jeder einzelne Fahrer mit lautem Jubel gegrüßt.

Die Uhr zeigte 23:55 an, eine Runde geht noch! Mit drei Runden Vorsprung war es geschafft!

Das 24Std-Rennen im Stöffelpark war gewonnen!!!

Da wir mit dem Sieg ein Kostenlosen Startplatz für das nächste Jahr gewonnen hatten, sind wir uns sicher, dass wir unseren Titel verteidigen werden… wenn es wieder heißt, Stöffel-Race im Stöffelpark!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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